05.10.2006 - 16:43 - Wissenschaft, Forschung, Bildung
Dinnendahl-Schüler opfern Ferienwoche für Berufsprojekt in der Glashütte
Pressemitteilung von: Projekt "Schule-Wirtschaft-Arbeitsmarkt" / PR Agentur: Projekt
Alles klar: Projektteilnehmer Marc Rautenstrauch (links) führt gemeinsam mit einem Wisthoff-Maschinenführer die erste Sichtprüfung an der gerade produzierten Flasche durch.
Drei Wochen im Rahmen eines Schulprojektes den Arbeitsalltag in einer Glashütte kennenzulernen, um dort eventuell eine Ausbildung beginnen zu können: Sicher nicht die Wunschvorstellung eines jeden Schülers - vor allem dann nicht, wenn man dafür auf eine komplette Woche der Herbstferien verzichten muss.
Doch genau dafür entschieden sich zwölf Zehntklässler der Franz-Dinnendahl-Realschule in Essen: Während sich ihre Freunde vom Schulstress erholen, stehen die jungen Männer seit Anfang dieser Woche jeweils pünktlich morgens um 7.00 Uhr vor den Toren des Traditionsbetriebs in Steele und freuen sich auf den Einsatz am „Kalten Ende“, auf die Arbeit in der Elektrowerkstatt oder die Glasherstellung unter realistischen Produktionsbedingungen.
Erstmals wird bei einem Projekt aus der Reihe „Schule-Wirtschaft-Arbeitsmarkt“ (SWA), einer berufswahlvorbereitenden Initiative der Agentur für Arbeit und der Jugendberufshilfe Essen e.V., auf den Freiwilligkeitsfaktor der Teilnehmer gesetzt: „Damit stellen die Schüler ihr besonderes Engagement unter Beweis - denn nicht jeder opfert freiwillig eine Woche Ferien“, erklärt SWA-Projektleiter Thomas Mikoteit von der Essener Agentur für Arbeit. Stephan Arnold, Geschäftsführer der Wisthoff GmbH, die als Tochterfirma der weltweit tätigen Gerresheimer Gruppe hochwertige Pharmaverpackungen und Flaschen für die Getränkeindustrie produziert, ergänzt: „Durch das Projekt haben wir die Chance, geeigneten Nachwuchs bei uns vor Ort im praktischen Arbeitsalltag kennen zu lernen. Nur engagierte und fachlich qualifizierte Mitarbeiter sichern letztlich die Zukunft unserer Glashütte.“
Die Schüler wurden bereits im Vorfeld umfangreich über die besonderen Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in dem Industriebetrieb informiert. Und spätestens nach dem „Schnuppertag“ - einer gut zweistündigen Betriebsführung bei Hitze und Lärm - wusste jeder Schüler, worauf er sich einlässt: Von den 16 Interessenten entschieden sich dennoch zwölf für die Projektteilnahme. Bernadette Eberhardt, Leiterin der Franz-Dinnendahl-Realschule, weiß um den hohen Stellenwert, den diese Form von praktischer Berufswahlvorbereitung nicht nur bei den Schülern, sondern auch bei deren Eltern genießt: „Die ausgezeichnete Betreuung der Schüler während des Projektes wurde im Rahmen unserer Schulkonferenz von einer Elternvertreterin besonders gelobt, das Unternehmen zeigt hier ein hohes Maß an Transparenz. Aus meiner Sicht hat dieses Projekt absoluten Modellcharakter.“
So sieht es auch Wisthoff-Personalleiterin Annegret Knuth, die nichts dagegen hätte, den einen oder anderen Teilnehmer nach Ablauf der drei Wochen wieder zu Gesicht zu bekommen: „Von unseren Abteilungsleitern, Maschinenführern und Ausbildern, die die Schüler während der Projektphase betreut haben, habe ich sehr viel Positives gehört. Ich würde mich freuen, wenn es zu Ausbildungsvertragsabschlüssen käme.“
Da dürfte es kein Problem geben - denn auch die Schüler sind hellauf begeistert. Alle Zwölf können sich vorstellen, bei Wisthoff anzufangen. Marvin Voßnacke: „Ich möchte gerne Mechatroniker werden und ich weiß jetzt schon genau, was in der Ausbildung auf mich zukommen wird.“ Sein Schulkamerad Marc Rautenstrauch lobt: „Das Betriebsklima ist klasse. Ich habe mich jetzt schon sehr wohl gefühlt - auch nicht ganz unwichtig, wenn es um die richtige Berufswahl geht...“
Über solche Kommentare freut man sich auch in der Düsseldorfer Gerresheimer-Zentrale, die voll und ganz hinter dem Engagement ihres Wisthoff-Teams steht. Dazu sagt Burkhard Lingenberg, Direktor Marketing und Kommunikation der Gerresheimer Gruppe. „Hier ziehen beim wichtigen Thema Berufswahlvorbereitung viele Akteure gemeinsam an einem Strang. Und je besser das Schülerprojekt bei den jungen Leuten selber ankommt, umso mehr Erfolg wird es letztlich haben.“
Projekt "Schule-Wirtschaft-Arbeitsmarkt"
c/o Thomas Mikoteit
Agentur für Arbeit Essen
Berliner Platz 10
45127 Essen
Telefon: 0201/181 - 3000
Telefax: 0201/181 - 2121
E-Mail:
und
Projekt "Schule-Wirtschaft-Arbeitsmarkt"
Marc Steinert
c/o Jugendberufshilfe Essen e.V.
Palmbuschweg 7 - 9
45326 Essen
Telefon: 0201 - 834 69 51
Telefax: 0201 - 834 69 60
Das Projekt:
Schule – Wirtschaft – Arbeitsmarkt
Der Startschuss zur Zusammenarbeit zwischen der Agentur für Arbeit Essen und dem Schulamt für die Stadt Essen, die damit als Initiatoren des Projekts „Schule – Wirtschaft – Arbeitsmarkt" fungieren, fiel im Jahre 1998. Das Ziel des Projektes „Schule – Wirtschaft – Arbeitsmarkt“ besteht darin, neue Wege in der Berufswahlorientierung einzuschlagen, in dem Verbindungen zwischen Schulen und Unternehmen geknüpft werden. Dies geschieht in der Praxis durch die gemeinsame Planung von Schülerprojekten.
Betriebe, Unternehmen und Institutionen stellen ihr Know-How, Mitarbeiter und Auszubildende zur Verfügung, um dann gemeinsam mit Lehrern und Schülern ein zuvor bereits fest umrissenes Projekt zu realisieren. Es existieren inzwischen gut 90 Partnerschaften zwischen Essener Unternehmen und Schulen. Die Aufgabe des Projektleiters Thomas Mikoteit (Agentur für Arbeit Essen) und dem Projektkoordinator Marc Steinert (Jugendberufshilfe Essen e.V.) besteht darin, Kontakte zwischen den Kooperationspartnern herzustellen, die Projektentwicklung zu begleiten und mit dem Schulamt, der Arbeitsagentur sowie den Vertretern der Wirtschaft abzustimmen.
Von den Projekten profitieren Schulen und Unternehmen gleichermaßen: Die Schülerinnen und Schüler machen aktive Erfahrungen mit dem Berufs- und Ausbildungsalltag und können dadurch fundierte Berufswahlentscheidungen treffen. Das Risiko eines Ausbildungsabbruchs sinkt erheblich. Zudem werden Schlüsselqualifikationen wie Zuverlässigkeit, Sorgfalt und Teamfähigkeit gefördert. Betriebe haben die Möglichkeit, notwendige Anforderungen an zukünftige Auszubildende frühzeitig in die Schulen zu transportieren. Ferner eröffnen sich Möglichkeiten der Nachwuchsgewinnung in Berufen, deren Lehrstellen nur schwer zu besetzen sind, weil der Beruf bei Jugendlichen entweder nicht so bekannt ist - oder einfach Vorbehalte seitens der Schüler bestehen.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Arbeitgeber vom Handwerk über die Industrie bis hin zu den "Neuen Berufen" gewähren aktive Einblicke in den Arbeitsalltag, und die Schulen begleiten diese Projekte durch Engagement der Lehrer und flexible Lehrpläne. Dieser Weg kann die Bewerbungschancen deutlich verbessern, die Quote der Ausbildungsabbrüche reduzieren und neues Interesse für schwer zu besetzende Ausbildungsstellen wecken.
Weitere Informationen im Internet unter www.schule-wirtschaft-arbeitsmarkt.de
News-ID: 102729 • Views: 2724
Schlagwörter
Permanenter Link zu dieser Pressemeldung:
Wir freuen uns, wenn Sie z.B. auf Ihrer Presse- oder Referenzen-Seite auf openPR.de linken.
Für die Inhalte dieser Meldung ist nicht openPR.de sondern nur der jeweilige Autor verantwortlich.
Haftungsausschluss - openPR distanziert sich von dem Inhalt der Pressemitteilungen. Lesen sie hier mehr
© 2004-2012 openPR | Grußkarten | Impressum


