18.09.2007 - 08:30 - Wissenschaft, Forschung, Bildung
Wissenschaft: Die Liebe auf den ersten Blick gibt es tatsächlich
Pressemitteilung von: Redaktionsbüro Froböse
„Als ich sie das erste Mal sah, traf es mich wie ein Blitz.“ Ein Satz, der die berühmte „Liebe auf den ersten Blick“ nicht ausdrucksvoller beschreiben könnte. Unsere Sinne sind die Pforte für die uns erreichenden Reize – das gilt für den Sehvorgang ebenso wie für das Gehör, den Geschmack, den Tast- und Geruchssinn. All diese Informationen werden in einem komplexen Wechselspiel unter Beteiligung von elektrischen Feldern, Neurotransmittern und Hormonen selektiert, weitergeleitet, verarbeitet und letztendlich wahrgenommen und zu einer persönlichen Erlebniswelt zusammengefügt. Und wenn die „Liebe auf den ersten Blick“ bei einem Menschen „einschlägt“, dann ist es offenbar ein Vorgang, an dem auch sein vegetatives System in hohem Maße beteiligt ist. Mit anderen Worten: Die Gegenwehr, sofern sie überhaupt „gewollt“ ist, fällt offensichtlich schwer.
Die französische Chansonette Édith Piaf wusste von diesen Reaktionen der Körperchemie ein Lied zu singen. In einer Biographie heißt es wörtlich: „Sie verliebte sich immer gleich auf den ersten Blick. Ihr Verlangen nach Liebe hielt sie so in Spannung, dass ihre Hände im Schlaf zu Fäusten geballt waren. Die Liebe ergriff sie total.“
Inzwischen hat sich die Wissenschaft mit dem Phänomen der „Liebe auf den ersten Blick“ ernsthaft beschäftigt. Eine Studie der Max-Planck-Gesellschaft kommt zu dem Ergebnis, dass es diese tatsächlich gibt, sofern dieser Blick mindestens 30 Sekunden dauert – und – er wird von Frauen eindeutig häufiger als von Männern “riskiert”.
Diese Erkenntnis gewannen Forscher dank der Mithilfe von 300 Schülerinnen und Schülern aus Gymnasien in München und Umgebung, die im Schnitt 18 Jahre alt waren und sich im Interesse der Wissenschaft in einem so genannten Flirtexperiment ein wenig „hereinlegen“ ließen. So wurden jeweils eine Schülerin und ein Schüler, die sich nicht kannten, während eines Vortrages unter dem Vorwand, dass sie dort einen Videofilm auswerten sollten, in einen anderen Raum gebeten. Dort allerdings verließ sie der Versuchsleiter wegen eines dringenden Telefonats sofort, wobei das alleingelassene Paar dann allerdings während der nächsten zehn Minuten mit einer versteckten Kamera gefilmt wurde.
Danach mussten die „Flirt-Probanden“ jeweils für sich mit Hilfe eines Fragebogens beichten, was sie empfunden hatten: wie attraktiv man den Teampartner fand, wie sicher und stark oder auch unsicher und schwach man sich selbst einschätzte, wie groß das gegenseitige Interesse aneinander offenbar war, und wie groß auch die Angst, vom gegenüber womöglich abgelehnt zu werden. Diese Angaben wurden dann mit den Aufzeichnungen der versteckten Kamera verglichen, wobei sich die Forscher vor allem auf das Sprach- und Blickverhalten ihrer „Versuchspaare“ konzentrierten. So fanden sie heraus, dass die 30 Sekunden des „ersten Blicks“ für den Verlauf einer solchen Begegnung in aller Regel entscheidend sind.
Lesehinweis: Bei dem Text handelt es sich um einen exklusiven Auszug aus dem Buch von Gabriele und Dr. Rolf Froböse „Lust und Liebe – alles nur Chemie?“. Erschienen ist es im Verlag Wiley-VCH (Weinheim).
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Redaktionsbüro Froböse
Ahornstr. 28
83512 Wasserburg
Pressebüro für Wissenschaft
Die französische Chansonette Édith Piaf wusste von diesen Reaktionen der Körperchemie ein Lied zu singen. In einer Biographie heißt es wörtlich: „Sie verliebte sich immer gleich auf den ersten Blick. Ihr Verlangen nach Liebe hielt sie so in Spannung, dass ihre Hände im Schlaf zu Fäusten geballt waren. Die Liebe ergriff sie total.“
Inzwischen hat sich die Wissenschaft mit dem Phänomen der „Liebe auf den ersten Blick“ ernsthaft beschäftigt. Eine Studie der Max-Planck-Gesellschaft kommt zu dem Ergebnis, dass es diese tatsächlich gibt, sofern dieser Blick mindestens 30 Sekunden dauert – und – er wird von Frauen eindeutig häufiger als von Männern “riskiert”.
Diese Erkenntnis gewannen Forscher dank der Mithilfe von 300 Schülerinnen und Schülern aus Gymnasien in München und Umgebung, die im Schnitt 18 Jahre alt waren und sich im Interesse der Wissenschaft in einem so genannten Flirtexperiment ein wenig „hereinlegen“ ließen. So wurden jeweils eine Schülerin und ein Schüler, die sich nicht kannten, während eines Vortrages unter dem Vorwand, dass sie dort einen Videofilm auswerten sollten, in einen anderen Raum gebeten. Dort allerdings verließ sie der Versuchsleiter wegen eines dringenden Telefonats sofort, wobei das alleingelassene Paar dann allerdings während der nächsten zehn Minuten mit einer versteckten Kamera gefilmt wurde.
Danach mussten die „Flirt-Probanden“ jeweils für sich mit Hilfe eines Fragebogens beichten, was sie empfunden hatten: wie attraktiv man den Teampartner fand, wie sicher und stark oder auch unsicher und schwach man sich selbst einschätzte, wie groß das gegenseitige Interesse aneinander offenbar war, und wie groß auch die Angst, vom gegenüber womöglich abgelehnt zu werden. Diese Angaben wurden dann mit den Aufzeichnungen der versteckten Kamera verglichen, wobei sich die Forscher vor allem auf das Sprach- und Blickverhalten ihrer „Versuchspaare“ konzentrierten. So fanden sie heraus, dass die 30 Sekunden des „ersten Blicks“ für den Verlauf einer solchen Begegnung in aller Regel entscheidend sind.
Lesehinweis: Bei dem Text handelt es sich um einen exklusiven Auszug aus dem Buch von Gabriele und Dr. Rolf Froböse „Lust und Liebe – alles nur Chemie?“. Erschienen ist es im Verlag Wiley-VCH (Weinheim).
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