(openPR) Menschen für Tierrechte – Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V.
Datum: 14.12.2007
Mit den Stimmen der CDU und FDP hat gestern der Forschungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags eine besondere Förderung von Ersatzverfahren zum Tierversuch abgelehnt. Beim Bundesverband Menschen für Tierrechte stößt dies auf völliges Unverständnis. Diesen Methoden gehöre die Zukunft, aber offenbar wolle die Regierungskoalition Wissenschaftler bei der Entwicklung neuer Technologien im Land nicht sonderlich unterstützen.
Die SPD-Fraktion im NRW-Landtag brachte im Juni 2007 einen Antrag ein, der vorsah, Alternativen zum Tierversuch gezielt zu fördern. Im Rahmen eines Landesprogramms sollte ein Lehrstuhl für Tierversuchsersatzverfahren an einer Hochschule in NRW eingerichtet und ein Forschungspreis für Nachwuchswissenschaftler vergeben werden. Im Forschungsausschuss – dessen Empfehlung der Landtag voraussichtlich folgen wird – fiel jetzt das Aus für den Antrag. Nach Auffassung von CDU und FDP gebe es genügend Anreize auf Bundes- und Bundesländerebene für tierversuchsfreie Verfahren. SPD und Grüne führten hingegen aus, dass weitere Fördermaßnahmen zu schaffen sind, so wie Baden Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz es bereits tun.
Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz fördern Ersatzverfahren zum Tierversuch mit einem eigenen Etat und haben zusätzlich einen Forschungspreis für Alternativverfahren ausgeschrieben. Einen solchen Forschungspreis vergibt auch Hessen.
Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte kommentiert: “Wir sind sehr enttäuscht über die Entscheidung. CDU und FDP rennen der Zeit hinterher. Richtig wäre, insbesondere den Universitäten Gelder zur Verfügung zu stellen, die einen Lehrstuhl für Tierversuchsersatzverfahren einrichten wollen. Damit bestände die Chance, auf diesem Gebiet führend zu werden, was letztlich auch den Standort Deutschland sichern würde.“
Zwei aktuelle Beispiele machten ganz deutlich, dass tierversuchsfreie Testverfahren noch immer Mangelware sind und einer besonderen Förderung bedürfen:
Das EU-Chemikalienprogramm REACH wird zum überwiegenden Teil im Tierversuch erfolgen und das EU-Handelsverbot für im Tierversuch getestete Kosmetika droht zu kippen, da entsprechende tierversuchsfreie Verfahren fehlen.
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