07.03.2008 - 11:14 - Energie & Umwelt

Naturschutzverbände - Verkehrsminister Tiefensee soll Bergung von Altmunition in Nord- und Ostsee voranbringen

Pressemitteilung von: Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
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Munitionsaltlastenbeseitigung durch Sprengung, copyright: S.Nehring
Berlin – Der NABU, die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) und die Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) haben Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee in einem Offenen Brief aufgefordert, die Bergung von Altmunition in Nord- und Ostsee voranzubringen.

Eine grundlegende Abschätzung der von Munitionsaltlasten in der Nord- und Ostsee ausgehenden Gefahren für Mensch und Umwelt müsse auf der Grundlage einer flächendeckenden technischen und historischen Erkundung umgehend in Angriff genommen werden. Die gefährlichsten Altlasten, insbesondere Giftgasmunition und konventionelle Munition in küstennahen Risikogebieten müssten auch zum Schutze von Schweinswalen umweltfreundlich und sicher geborgen und entsorgt werden. Geeignete Methoden dazu seien bereits auf einer Fachtagung der Verbände im Oktober 2007 in Kiel vorgestellt worden.

Im Brief an den Bundesverkehrsminister wenden sich NABU, GRD und GSM gegen die bisherige Vorgehensweise, nur bei Zufallsfunden zu reagieren und dann zu sprengen. „Die am Meeresgrund lagernde Munition birgt ein Sicherheitsrisiko für Badegäste, Taucher, Wassersportler und die Meeresumwelt. Eine sporadische Beseitigung in Form von umweltgefährdenden Sprengungen ist hier der falsche Weg“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Sprengungen stehen aus Sicht von GRD, GSM und NABU darüber hinaus im Widerspruch zu EU- und Völkerrechtsverträgen wie der FFH- Richtlinie und der Bonner Konvention.

„Durch die Druckwelle und den Schalldruck bei einer Minensprengung werden Meeressäugetiere in einer Entfernung von vier Kilometern getötet. Noch in 30 Kilometer Entfernung sind nachhaltig wirkende Hörschäden zu befürchten“, berichtete Petra Deimer von der GSM.

Aktuelle Planungen für eine Ostsee-Pipeline und verschiedene Windparks mit ihren Kabelanbindungen führen Planern, Behörden und Politikern immer wieder vor Augen, dass überall in der Nord- und Ostsee mit dem gefährlichen Weltkriegserbe zu rechnen ist und dringender Handlungsbedarf besteht, die verrottenden Munitionsteile sicher und umweltfreundlich zu beseitigen.

NABU, GRD und GSM fordern vor diesem Hintergrund auch das für die Bundeswasserstraßen zuständige Bundesverkehrsministerium auf, der Verantwortung in der Munitionsfrage gerecht zu werden, Finanzmittel bereitzustellen, die Ergebnisse des Kieler Symposiums aufzugreifen und zusammen mit Bundeswehr, Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Umweltverbänden die umweltfreundliche Beseitigung von Munition anzugehen. Eine Voraussetzung dafür ist die Auswertung aktueller und historischer Informationen zu Munitionsverklappungen sowie eine flächendeckende Kartierung aller Verdachtsflächen. Wo immer möglich, muss Altmunition dann gehoben und schadlos beseitigt werden.

Erste positive Zeichen für ein Umdenken sehen die Verbände in den von Kampfmittelräumdiensten der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein in Angriff genommenen Versuchen, bei unumgänglichen Sprengungen mit Blasenvorhängen einen Schallschutz für Schweinswale zu erzeugen und mit Hilfe der Wasserstrahlschneidtechnik an Ort und Stelle den Zünder zu entfernen und die Munition zu zerlegen, um sie portionsweise beseitigen zu können.

Für Rückfragen:
Sven Koschinski, Tel. 04526-381716
Ingo Ludwichowski, NABU Schleswig-Holstein, Tel. 0160-96230512.
Der Offene Brief und weitere Informationen zum Munitionsaltlasten sind im Internet zu finden unter
www.NABU-Meeresschutz.de
www.delphinschutz.org
www.gsm-ev.de

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
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Tel.: +49-89-74 16 04 10 - Fax: +49-89-74 16 04 11
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Webseite: www.delphinschutz.org
1. Vorsitzender: Rollo Gebhard / V.i.S.d.P.: Ulrich Karlowski
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Aktiv für Delfine: Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD)

Erschüttert vom millionenfachen Sterben der Delfine in den Treibnetzen der Thunfischfänger gründete Weltumsegler Rollo Gebhard 1991 die GRD. Seitdem schlossen sich über 95 % des deutschen Thunfischhandels dem SAFE-Programm für delfinsicher gefangenen Thunfisch an. SAFE ist das umfassendste Meeresschutzprogramm der Welt.

GRD – Weltweiter Einsatz für bedrohte Meeressäuger:

Deutschland – Thunfisch-Kontrollprogramm (SAFE): SAFE bewahrt Tausende Wale und Delfine vor dem grausamen Beifangtod. Publikation einer Verbraucher-Checkliste mit den bestätigten delfinsicheren Thunfischmarken

Peru: Kampf gegen die illegale Delfinjagd, Dynamitfischerei und Meeresverschmutzung. Projektpartner: ACOREMA (Meeresschutzorganisation, Peru)

Adria (Kroatien): Schutzprojekt zur Rettung der letzten ca. 220 Adria-Delfine. Projektpartner: Delfinschutzorganisation VAL (Zagreb), tierärztliche Fakultät der Universität Zagreb

Spanien / La Gomera: Aufbau von ökologischem Wal- und Delfinbeobachtungstourismus, Einrichtung eines Delfinschutzzentrums. Projektpartner: M.E.E.R.e.V. (Berlin)

Mosambik: Einrichtung eines Schutzgebiets für eine kleine Population von Indopazifischen Buckeldelfinen bei der Inhaca-Insel (Bucht von Maputo). Projektpartner: Universität Maputo, Naturhistorisches Museum Maputo

Dominica: Aufbau und Einrichtung der ersten Walforschungsstation in der Karibik, Etablierung eines Pottwal- und Meeressäugerschutzgebietes

Nord- und Ostsee: Schutz unserer bedrohten heimischen Schweinswale. Projektpartner: NABU, BUND, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere, lokale Behörden und Nationalparkverwaltungen.

„Um Hilfe können Delfine nicht rufen, aber die Signale sind deutlich: ihre Anzahl geht weltweit zurück“, warnt Rollo Gebhard. Helfen Sie mit, das Aussterben der sympathischen Meeressäuger in den Weltmeeren zu verhindern. Werden Sie Förderer, helfen Sie mit Ihrer Spende oder übernehmen Sie eine Delfinpatenschaft.

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