16.03.2008 - 13:59 - Politik, Recht & Gesellschaft
Neue Proteste in Amdo Labrang - mehrere Mönche erschossen
Pressemitteilung von: IGFM München
Nach zuverlässigen Berichten, die dem Tibetischen Zentrum für Menschenrechte und Demokratie (TCHRD) vorliegen, kam es am 15. März Vormittag gegen 10 Uhr (Pekinger Zeit) zu neuerlichen Demonstrationen in Labrang in dem Kreis Sangchu, "TAP" Kanlho, Provinz Gansu, im östlichen Teil Tibets als Folge der gestrigen von Mönchen des Klosters Labrang Tashikyil organisierten Demonstration, an der sich schließlich Tausende von Tibetern aus der Gegend beteiligten.
Tausende von Menschen, unter anderen auch die Mönche aus dem Kloster Labrang Tashikyil, demonstrierten friedlich vor dem Gebäude der Bezirksregierung. Die Demonstration wurde von Mönchen aus dem Kloster Labrang Tashikyil begonnen, später schlossen sich an einem Platz, der unter dem Namen Choerten Karpo (Weiße Stupa) bekannt ist und wo die Gebetszeremonie des Sangsol (Ritual des Weihrauchverbrennens) durchgeführt wurde, normale Bürger an. Nach der Gebetszeremonie wurden Rufe wie "Lang lebe der Dalai Lama" oder Forderungen nach der Unabhängigkeit laut, während sich die Menschen auf die Regierungsgebäude zu bewegten. Die Bewaffnete Volkspolizei feuerte Tränengasgranaten ab und mit scharfer Munition in die Luft, um die Demonstranten zu zerstreuen. In den letzten Berichten war die Rede davon, daß Demonstranten von Angehörigen der PAP und Beamten des örtlichen PSB festgenommen und geschlagen wurden, obwohl bis zum Augenblick nichts über ihre Anzahl bekannt ist.
Man weiß, daß die Nachrichtenwege seit heute Vormittag unterbrochen sind, so daß nur wenige Informationen über das Gebiet vorliegen. Gestern schoß die Polizei mit scharfer Munition in die Luft, als sich die Demonstranten dem Hauptquartier des Büros für Öffentliche Sicherheit im Bezirk Sangchu näherten. Insofern gibt es bisher keine Informationen über Festnahmen oder Verhaftungen. Demonstrationen dieses Ausmaßes fanden in dieser Gegend zum ersten Mal statt.
Das TCHRD ist um die Sicherheit der friedlichen Demonstranten äußerst besorgt und verleiht gleichzeitig seiner großen Befürchtung Ausdruck, daß Hunderte von Tibetern dafür leiden werden müssen, daß sie ihrer Unzufriedenheit Luft gemacht und friedlich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und ihr Versammlungsrecht in Anspruch genommen haben. Das TCHRD verurteilt aufs Schärfste den Gebrauch roher Gewalt gegenüber den friedlichen Demonstranten durch die chinesischen Sicherheitskräfte. Das TCHRD begrüßt die zur rechten Zeit erfolgte Stellungnahme des UN Hochkommissars für Menschenrechte zu den gegenwärtigen Vorgängen in Tibet und appelliert an das Office of the High Commissioner for Human Rights, dringendst eine Untersuchungskommission nach Tibet zu senden, um Informationen zur Bewertung die Situation aus erster Hand zu erhalten.
Weitere Information von Free Tibet Campaign:
Die Medien berichten jetzt ausführlich über den zweiten Tag des Protestes in Labrang. Ein Journalist, der ziemlich nahe an das Kloster herankam, erzählte Free Tibet Campaign, daß drei Tibeter ihm unabhängig voneinander erzählt hätten, fünf Mönche wären von der Polizei erschossen worden. In anderen Berichten, darunter dem von The Guardian, heißt es, daß die Anzahl der Toten in Labrang sehr viel höher seien, obwohl bisher keine genauen Zahlen erhärtet werden konnten. Es gibt Berichte über Proteste an anderen Orten in Amdo, aber diese wurde wenig berichtet, wenn überhaupt. Im weiteren Verlauf des Abends wird ICT über die Informationen berichten, die ihnen über Lhasa und Labrang vorliegen.
Sporadische Bilder zu dem Geschehen gibt es bei www.phayul.com
Ein gestern um ca. 1 Uhr (Ortszeit) mit Mobiltelefon aufgenommenes Video eines Protestes vor dem chinesischen Regierungsgebäude in Amdo Labrang gibt es bei Phayul.
Video der Proteste in Labrang unter: media.phayul.com/?av_id=89&av_links_id=195
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Internationale Gesellschaft fur Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München
Adelheid Dönges, Packenreiterstr. 18, 81247 München
Tel.( 49 89) 811 35 74 (Adelheid Dönges) oder 0177-8178800 (Michael Filsinger)
, www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html
Der Auftrag der IGFM zielt auf die friedliche Verwirklichung der Menschenrechte, deklariert von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948, dem Tag der Menschenrechte. Seit einigen Jahren leistet die im Jahre 1972 gegründete und seitdem anerkannt gemeinnützige Gesellschaft auch mildtätige Arbeit. Die IGFM hat Beobachterstatus beim Europarat sowie ECOSOC-(Roster) Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Die Arbeitsgruppe München hat Tibet als Schwerpunkt gewählt. Eine umfangreiche Sammlung von Texten zur Menschenrechtslage in Tibet steht auf unserer Website unter der Rubrik "Tibet", wir versenden auch kostenlos aktuelle Meldungen zu Tibet per e-mail. Anmeldung unter
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Tausende von Menschen, unter anderen auch die Mönche aus dem Kloster Labrang Tashikyil, demonstrierten friedlich vor dem Gebäude der Bezirksregierung. Die Demonstration wurde von Mönchen aus dem Kloster Labrang Tashikyil begonnen, später schlossen sich an einem Platz, der unter dem Namen Choerten Karpo (Weiße Stupa) bekannt ist und wo die Gebetszeremonie des Sangsol (Ritual des Weihrauchverbrennens) durchgeführt wurde, normale Bürger an. Nach der Gebetszeremonie wurden Rufe wie "Lang lebe der Dalai Lama" oder Forderungen nach der Unabhängigkeit laut, während sich die Menschen auf die Regierungsgebäude zu bewegten. Die Bewaffnete Volkspolizei feuerte Tränengasgranaten ab und mit scharfer Munition in die Luft, um die Demonstranten zu zerstreuen. In den letzten Berichten war die Rede davon, daß Demonstranten von Angehörigen der PAP und Beamten des örtlichen PSB festgenommen und geschlagen wurden, obwohl bis zum Augenblick nichts über ihre Anzahl bekannt ist.
Man weiß, daß die Nachrichtenwege seit heute Vormittag unterbrochen sind, so daß nur wenige Informationen über das Gebiet vorliegen. Gestern schoß die Polizei mit scharfer Munition in die Luft, als sich die Demonstranten dem Hauptquartier des Büros für Öffentliche Sicherheit im Bezirk Sangchu näherten. Insofern gibt es bisher keine Informationen über Festnahmen oder Verhaftungen. Demonstrationen dieses Ausmaßes fanden in dieser Gegend zum ersten Mal statt.
Das TCHRD ist um die Sicherheit der friedlichen Demonstranten äußerst besorgt und verleiht gleichzeitig seiner großen Befürchtung Ausdruck, daß Hunderte von Tibetern dafür leiden werden müssen, daß sie ihrer Unzufriedenheit Luft gemacht und friedlich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und ihr Versammlungsrecht in Anspruch genommen haben. Das TCHRD verurteilt aufs Schärfste den Gebrauch roher Gewalt gegenüber den friedlichen Demonstranten durch die chinesischen Sicherheitskräfte. Das TCHRD begrüßt die zur rechten Zeit erfolgte Stellungnahme des UN Hochkommissars für Menschenrechte zu den gegenwärtigen Vorgängen in Tibet und appelliert an das Office of the High Commissioner for Human Rights, dringendst eine Untersuchungskommission nach Tibet zu senden, um Informationen zur Bewertung die Situation aus erster Hand zu erhalten.
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Die Medien berichten jetzt ausführlich über den zweiten Tag des Protestes in Labrang. Ein Journalist, der ziemlich nahe an das Kloster herankam, erzählte Free Tibet Campaign, daß drei Tibeter ihm unabhängig voneinander erzählt hätten, fünf Mönche wären von der Polizei erschossen worden. In anderen Berichten, darunter dem von The Guardian, heißt es, daß die Anzahl der Toten in Labrang sehr viel höher seien, obwohl bisher keine genauen Zahlen erhärtet werden konnten. Es gibt Berichte über Proteste an anderen Orten in Amdo, aber diese wurde wenig berichtet, wenn überhaupt. Im weiteren Verlauf des Abends wird ICT über die Informationen berichten, die ihnen über Lhasa und Labrang vorliegen.
Sporadische Bilder zu dem Geschehen gibt es bei www.phayul.com
Ein gestern um ca. 1 Uhr (Ortszeit) mit Mobiltelefon aufgenommenes Video eines Protestes vor dem chinesischen Regierungsgebäude in Amdo Labrang gibt es bei Phayul.
Video der Proteste in Labrang unter: media.phayul.com/?av_id=89&av_links_id=195
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