02.05.2008 - 20:45 - Politik, Recht & Gesellschaft
Keine tibetischen Flüchtlinge mehr - Häftlinge verhungern und verdursten - unfaire Urteile
Pressemitteilung von: IGFM München
Wie der Direktor des Tibetischen Flüchtlingszentrums in Dharamsala
am 29. April 2008:mitteilte, befinden sich nur noch 17 Neuankömmlinge in dem Zentrum, die meisten davon sind alt und gebrechlich. Seit dem 10. März kamen keine neuen Flüchtlinge mehr aus Tibet, und zwar aus folgenden Gründen:
1) Die chinesische Regierung hat entlang der Grenze von Nepal zu Tibet eine große Zahl von Soldaten stationiert und sogar nach Nepal entsandt, um die Grenzübergänge unpassierbar zu machen und die Grenze auf etwaige Flüchtlinge genau zu überwachen.
2) In Tibet selbst darf sich kein Tibeter von einem Ort zum anderen bewegen.
3) Die chinesischen Behörden nehmen häufig Kontrollen in den tibetischen Häusern und Wohnungen vor, um zu überprüfen, ob noch alle Mitglieder eines Haushaltes anwesend sind.
Die Situation in Tibet ist äußerst kritisch, den spärlichen Informationen zufolge, die uns zugehen, hat die chinesische Regierung die Klöster von der Nahrungs- und Wasserversorgung abgeschnitten und alle Klöster mit bewaffneten Sicherheitskräften und Panzern umstellt. Außerdem werden die Mönche von der chinesischen Polizei brutal gefoltert.
Jene Tibeter, die festgenommen wurden, weil sie friedlich gegen die chinesische Herrschaft demonstriert hatten, wurden weit weg in Richtung der chinesischen Grenze verschleppt und in einer ehemaligen Ziegelgrube zusammengepfercht, wo der Platz so beengt ist, daß sie nicht einmal sitzen können. Anfänglich erhielten sie versalzene Reissuppe, woraufhin sie sehr durstig wurden. Danach bekamen sie gar nichts mehr zu essen und zu trinken, und die Aufseher erklärten den tibetischen Gefangenen, sie sollten doch sterben, wenn sie es wollten. Viele gehen zugrunde ohne Wasser und Nahrung, und manche trinken aus Durst ihren eigenen Urin.
Eine andere Gruppe von Gefangenen ist in einer entlegenen Wüstengegend inhaftiert. "Dies ist eine sehr tragische Zeit für unser Tibet. Möge Gott ihnen beistehen", sagte Dorje, der Leiter des Flüchtlingszentrums.
Die tibetische Zentralverwaltung (CTA) hat eine Liste der Gesamtzahl der Todesfälle, der verletzten und verhafteten Tibeter als Folge der friedlichen Proteste in den drei traditionellen Provinzen Tibets, also im gesamten Tibet, vom 10. März bis 25. April erstellt,
Die Zahlen basieren auf Informationen und Berichten von sechs verschiedenen Quellen, nämlich Chinadigitaltimes.net, TCHRD, Staatliche Medien, Lhasa Radio, RFA/Anrufer aus Tibet und CTA . Die von diesen Quellen genannten Tatsachen und Zahlen wurden eingehend geprüft und miteinander abgeglichen. Daraufhin können wir bestätigen, daß die Zahl der Toten bei 203, die der Verletzten bei über 1000, und die Zahl der Inhaftierten bei mindestens 5.715 liegt.
Der Kashag (die Tibetische Regierung-im-Exil) missbilligt zutiefst die Willkür der Urteile, die gegen die 30 Tibeter ergangen sind, die in die jüngsten Protestaktionen in Tibet involviert waren. Die gegen sie verhängten Strafen reichen von drei Jahren Gefängnis bis zu lebenslänglicher Haft, nur dafür, dass sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen haben.
Diese Prozesse waren nicht fair und transparent und entsprachen nach dem Rechtsstaatsprinzip keinem ordentlichen Gerichtsverfahren. Den Angeklagten war jeder rechtliche Beistand durch einen unabhängigen Anwalt verwehrt.
"Wir befürchten, dass noch viele solcher Prozesse folgen werden, um all die Tibeter hinter Gitter zu bringen, die sich jetzt in Haft befinden. Alle diese zukünftigen Prozesse sollten öffentlich und transparent sein. Diejenigen, deren Verfahren bereits eröffnet ist, brauchen unabhängige Anwälte, die sie unparteiisch verteidigen können.
Wir ersuchen die chinesische Regierung sehr dringend, nicht mehr länger den Anschein zu erwecken, dass es sich hier um faire Prozesse handele, und alle Tibeter, die sich gegenwärtig in Haft befinden, freizulassen."
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Arbeitsgruppe München
Adelheid Dönges, Packenreiterstrasse 18, 81247 München
Tel. (+ 49 89) 811 35 74 (Adelheid Dönges) oder 0177-8178800 (Michael Filsinger)
, www.igfm-muenchen.de/tibet/tibetstart.html
Der Auftrag der IGFM zielt auf die friedliche Verwirklichung der Menschenrechte, deklariert von den Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948, dem Tag der Menschenrechte. Seit einigen Jahren leistet die im Jahre 1972 gegründete und seitdem anerkannt gemeinnützige Gesellschaft auch mildtätige Arbeit. Die IGFM hat Beobachterstatus beim Europarat sowie ECOSOC-(Roster) Status beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen. Die Arbeitsgruppe München hat Tibet als Schwerpunkt gewählt. Eine umfangreiche Sammlung von Texten zur Menschenrechtslage in Tibet steht auf unserer Website unter der Rubrik "Tibet", wir versenden auch kostenlos aktuelle Meldungen zu Tibet per e-mail. Anmeldung unter
.
am 29. April 2008:mitteilte, befinden sich nur noch 17 Neuankömmlinge in dem Zentrum, die meisten davon sind alt und gebrechlich. Seit dem 10. März kamen keine neuen Flüchtlinge mehr aus Tibet, und zwar aus folgenden Gründen:
1) Die chinesische Regierung hat entlang der Grenze von Nepal zu Tibet eine große Zahl von Soldaten stationiert und sogar nach Nepal entsandt, um die Grenzübergänge unpassierbar zu machen und die Grenze auf etwaige Flüchtlinge genau zu überwachen.
2) In Tibet selbst darf sich kein Tibeter von einem Ort zum anderen bewegen.
3) Die chinesischen Behörden nehmen häufig Kontrollen in den tibetischen Häusern und Wohnungen vor, um zu überprüfen, ob noch alle Mitglieder eines Haushaltes anwesend sind.
Die Situation in Tibet ist äußerst kritisch, den spärlichen Informationen zufolge, die uns zugehen, hat die chinesische Regierung die Klöster von der Nahrungs- und Wasserversorgung abgeschnitten und alle Klöster mit bewaffneten Sicherheitskräften und Panzern umstellt. Außerdem werden die Mönche von der chinesischen Polizei brutal gefoltert.
Jene Tibeter, die festgenommen wurden, weil sie friedlich gegen die chinesische Herrschaft demonstriert hatten, wurden weit weg in Richtung der chinesischen Grenze verschleppt und in einer ehemaligen Ziegelgrube zusammengepfercht, wo der Platz so beengt ist, daß sie nicht einmal sitzen können. Anfänglich erhielten sie versalzene Reissuppe, woraufhin sie sehr durstig wurden. Danach bekamen sie gar nichts mehr zu essen und zu trinken, und die Aufseher erklärten den tibetischen Gefangenen, sie sollten doch sterben, wenn sie es wollten. Viele gehen zugrunde ohne Wasser und Nahrung, und manche trinken aus Durst ihren eigenen Urin.
Eine andere Gruppe von Gefangenen ist in einer entlegenen Wüstengegend inhaftiert. "Dies ist eine sehr tragische Zeit für unser Tibet. Möge Gott ihnen beistehen", sagte Dorje, der Leiter des Flüchtlingszentrums.
Die tibetische Zentralverwaltung (CTA) hat eine Liste der Gesamtzahl der Todesfälle, der verletzten und verhafteten Tibeter als Folge der friedlichen Proteste in den drei traditionellen Provinzen Tibets, also im gesamten Tibet, vom 10. März bis 25. April erstellt,
Die Zahlen basieren auf Informationen und Berichten von sechs verschiedenen Quellen, nämlich Chinadigitaltimes.net, TCHRD, Staatliche Medien, Lhasa Radio, RFA/Anrufer aus Tibet und CTA . Die von diesen Quellen genannten Tatsachen und Zahlen wurden eingehend geprüft und miteinander abgeglichen. Daraufhin können wir bestätigen, daß die Zahl der Toten bei 203, die der Verletzten bei über 1000, und die Zahl der Inhaftierten bei mindestens 5.715 liegt.
Der Kashag (die Tibetische Regierung-im-Exil) missbilligt zutiefst die Willkür der Urteile, die gegen die 30 Tibeter ergangen sind, die in die jüngsten Protestaktionen in Tibet involviert waren. Die gegen sie verhängten Strafen reichen von drei Jahren Gefängnis bis zu lebenslänglicher Haft, nur dafür, dass sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen haben.
Diese Prozesse waren nicht fair und transparent und entsprachen nach dem Rechtsstaatsprinzip keinem ordentlichen Gerichtsverfahren. Den Angeklagten war jeder rechtliche Beistand durch einen unabhängigen Anwalt verwehrt.
"Wir befürchten, dass noch viele solcher Prozesse folgen werden, um all die Tibeter hinter Gitter zu bringen, die sich jetzt in Haft befinden. Alle diese zukünftigen Prozesse sollten öffentlich und transparent sein. Diejenigen, deren Verfahren bereits eröffnet ist, brauchen unabhängige Anwälte, die sie unparteiisch verteidigen können.
Wir ersuchen die chinesische Regierung sehr dringend, nicht mehr länger den Anschein zu erwecken, dass es sich hier um faire Prozesse handele, und alle Tibeter, die sich gegenwärtig in Haft befinden, freizulassen."
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
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Adelheid Dönges, Packenreiterstrasse 18, 81247 München
Tel. (+ 49 89) 811 35 74 (Adelheid Dönges) oder 0177-8178800 (Michael Filsinger)
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