27.10.2009 - 17:37 - Politik, Recht & Gesellschaft

Häufiger Verdacht: Ist das Testament gefälscht?

Pressemitteilung von: Pressestelle Deutsches Forum für Erbrecht e.V. / PR Agentur: HW-Consulting
Das Deutsche Forum für Erbrecht weist auf die Möglichkeiten bei Fälschungsverdacht hin – Schriftsachverständige können Klarheit bringen

„Das ist gefälscht!“, so hört man häufig Enterbte klagen, die überzeugt sind, dieser Letzte Wille stamme nicht vom Verstorbenen. Nicht selten werden die Fachanwälte für Erbrecht mit dieser Problematik konfrontiert. Testamentsfälschung – das war auch das Thema der diesjährigen Jahresversammlung des Deutschen Forums für Erbrecht e. V. im Oktober in Berlin. Das Hauptreferat des Dipl.-Kriminalisten und Schriftsachverständigen Reinhard Zschach, Berlin, lieferte wichtige Erkenntnisse. Danach sind die Chancen, Fälschungen zu entlarven, gut. Neben den üblichen individuellen Merkmalen einer Schrift betonte Zschach insbesondere die Bedeutung von Manipulationsspuren an Handschriften. Viele Fälscher fertigten nämlich anhand von Vergleichsmaterial Vorzeichnungen, die dann überschrieben würden. Der Sachverständige verwies auf Eindruckspuren z. B. mit Resten von Graphitminenabrieb. Manche Manipulation erkenne man sogar schon durch seitliche Lichteinstrahlung.

Für ein Gutachten benötige man das Original des fraglichen Dokuments, Informationen über die angeblichen oder tatsächlichen Entstehungsbedingungen des Schriftstücks sowie quantitativ und qualitativ ausreichendes Vergleichsschriftmaterial. Zschach berichtete von einem spektakulären Fall, in dem jedoch festgestellt wurde, daß der Fälscher sogar auch das Vergleichsmaterial gefälscht hatte.

Prof. Dr. Klaus Michael Groll, Präsident des Deutschen Forums für Erbrecht stellt fest: „Es gibt sicher nicht wenige Testamente, die von den Beteiligten als gültig behandelt werden, obwohl sie nicht vom Verstorbenen stammen.“ Für die Erbrechtsexperten des Deutschen Forums für Erbrecht e.V., so betont dessen Präsident Prof. Groll, zeigt sich eine klare Konsequenz: Viel häufiger sollte man bei Fälschungsverdacht einen Schriftsachverständigen einschalten.

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Das Deutsche Forum für Erbrecht e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in München. Mit derzeit 650 Mitgliedern – Rechtsanwälten und Notaren – im In- und Ausland ist es eine der bekanntesten Erbrechtsorganisationen der Welt mit dem Ziel, erbrechtliche Probleme durch Aufklärungsarbeit zu verhindern. Dabei meldet sich das DFE auch in der politischen Reformdiskussion zur Vermögensnachfolge zu Wort. Besonders großer Resonanz erfreuen sich dabei die Erbrechtstage und die Europakademie für Erbrecht.
Das Deutsche Forum für Erbrecht stellt zudem umfassendes und leicht verständliches Informationsmaterial zur Verfügung.

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