17.07.2006 - 10:25 - Politik, Recht & Gesellschaft

Im Wandel der Zeit - der Einkaufswagen

Pressemitteilung von: Sozialticker
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Der Sozialticker - kritisch fordernd und unabhängig
Wer kennt nicht die Bilder aus den Medien, wo verarmte Menschen in den Staaten mit dem Einkaufswagen durch die Straßen ziehen um sich in Mülltonnen oder durch Bettelei das zu besorgen, was sie zum Überleben benötigen. Wenn wir Nachts in unseren Betten die Mülltonnen klappern hören, dann war es früher meist eine Katze oder Ungeziefer, welche Essbares suchten, doch seit Einführung von Hartz IV, hat sich auch dieses Bild in deutschen Städten geändert. Menschen ziehen mit dem vielgeliebten Einkaufswagen von Tonne zu Tonne, um nach Pfandflaschen, Essbarem oder Kleidung zu suchen. Was wir früher nur den Obdachlosen zugestanden hatten, ist heute bereits ein Familiennebenerwerb. Eltern - manchmal sogar mit Kindern, ziehen Nachts aus Scham durch die Straßen, um das aufzusammeln, was die Wohlstandsgesellschaft als Müll bezeichnet. Seit die Tafeln mit dem gewaltigen Ansturm der unzähligen Hilfebedürftigen kaum noch zurechtkommen, müssen gerade Kinder sehr unter den Folgen von Hartz IV leiden. Der Schulranzen, den so mancher Erstklässler trägt, war vielfach im Abfall gefunden worden und nun wieder reaktiviert. Ob das wirklich sein muss? Nun, seit dem Wegfall von ergänzenden Leistungen bei Hartz IV, sind gerade diese Kosten auch durch den “üppigen” Regelsatz zu bestreiten. Ein Land, welches mal als “Wirtschaftswunderland” bezeichnet wurde sieht zu, wie mehr und mehr die Bilder aus anderen Ländern, wovor man nur zu gerne die Augen verschließt, Realität werden.

Manchmal ist man wirklich geneigt zu sagen: Ich schäme mich in einem Land zu leben, dass Milliarden für eine WM bzw. 20 Millionen Euro für eine private Grillparty ausgibt, aber der eigenen Armut versucht aus dem Weg zu gehen. Wo mit Diffamierungen und ständigen Debatten über weitere Leistungskürzungen den Hilfesuchenden in diesem Land Daumenschrauben angelegt werden, die einem Menschen den Glauben an Gerechtigkeit und Hilfsbereitschaft verlieren läßt.

Wäre Martin Luther King noch am Leben, dürfte man sich fragen, ob seine Worte noch lauten würden: ” I have a dream … ” oder ob er sich den Gedanken des Sozialtickers anschließen würde, der da lautet: “Gerechtigkeit wird nur dort herrschen, wo sich die vom Unrecht nicht Betroffenen genauso entrüsten, wie die Beleidigten.” ( Zitat:Plato - Begründer der abendländischen Philosophie )

Weitere Informationen und ausführliche Hilfen zu Hartz IV finden Sie auf den Seiten des Sozialtickers www.sozialticker.com

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