(openPR) Arzneimittel-Informationen für Patienten, in Form von Beipackzetteln oder ärztlichen Instruktionen, sind für Patienten selbst ganz überwiegend unverständlich formuliert und wenig nachvollziehbar, dies hat jetzt eine große Studie festgestellt, in der über 70 wissenschaftliche Veröffentlichungen zu diesem Thema noch einmal neu ausgewertet wurden. Darüber hinaus wurden in der Studie im Rahmen vieler Workshops mit Ärzten, Patienten und Selbsthilfegruppen Anregungen für eine zukünftig bessere Gestaltung dieser wichtigen Informationen erarbeitet.
In dem jetzt vorgelegten Bericht eines Forschungsteams mit Wissenschaftlern mehrerer englischer Universitäten wird sowohl die inhaltliche als auch die grafische Gestaltung von Arzneimittelinformationen heftig kritisiert. Patienten bemängeln den medizinischen Fachjargon, der für sie nicht verständlich ist, ebenso wie die zumeist spartanische grafische Gestaltung und die fehlende Anreicherung der Zettel oder Broschüren durch Grafiken und anschauliche Diagramme.
Auch die Tatsache, dass Medikamenten-Beipackzettel von der Pharma-Industrie selbst und nicht von unabhängigen Institutionen verfasst sind, ist Anlass für Kritik. Da gegenüber der Pharma-Industrie ganz allgemein ein erheblich Misstrauen bestünde, führen die Wissenschaftler aus, wirkt sich dieses dann so aus, dass deren Informationen über Wirkungen und Nebenwirkungen der Medikamente eher mit Skepsis und Misstrauen begegnet wird. Sie schlagen auch vor, dass bei der inhaltlichen Gestaltungen von Arzneimittel-Informationen zukünftig sehr viel stärker Patienten und Patienten-Selbsthilfegruppen beteiligt werden sollten.
Überraschend für die Wissenschaftler war die völlig unterschiedliche Einschätzung der Funktion von Arzneimittel-Informationen. Während Ärzte fast immer hervorheben, dies sei wichtig, um die "Compliance" zu steigern, also den Patienten zu überzeugen, dass er die Arznei so lange und in der Tages-Dosierung wie verschrieben einnimmt, ist bei Patienten eine andere Sicht vorherrschend. In aller erster Linie lesen sie die Beipackzettel, um zu entscheiden, ob sie die Medizin überhaupt einnehmen oder nicht. Darüber hinaus versuchten sie damit herauszufinden, was der Arzt mit ihnen vorhabe und welche Diagnose er gestellt habe.
"Unsere Studie hat auch gezeigt", heben die Wissenschaftler hervor, "dass die geschriebene Information unbedingt mit dem übereinstimmen sollte, was Ärzte in der Sprechstunde ihren Patienten mitteilen. Und sie sollte flexibler und differenzierter als bislang ausgestaltet sein, um den Bedürfnissen ganz verschiedener Patienten in verschiedenen Situationen zu genügen". Da gedruckte Informationen hier wenig geeignet sind, um unterschiedliche Patienten und Krankheitsbilder zu berücksichtigen, dürfte zukünftig dem Internet eine zunehmend größere Bedeutung zukommen.
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http://www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/index102.htm












