(openPR) Stuttgart, 9. März 2007. Die ideen-park GmbH stellte ihre Studie zur Umverteilungspolitik in Deutschland der Öffentlichkeit vor. Das Jahr 2006 zeigt eine Entwicklung der Verteilung des realen Volkseinkommens zugunsten der Unternehmen und Vermögen oder nach anderer Sichtweise ausgedrückt: die Umverteilung des Volkseinkommen in Richtung Arbeitnehmer hat weiter abgenommen. Die große Koalition setzt damit den Trend fort, den die rot-grüne Vorgänger-Regierung eingeschlagen hatte. Das Jahr 2005 entsprach noch in etwa dem Stand von 1970. Dazwischen lagen erhebliche Umverteilungskämpfe der jeweiligen politischen Lager und Machthaber.
Das reale, also inflationsbereinigte, Volkseinkommen ist im Zeitraum von 1970 bis 2006 um rund 113% gestiegen – es hat sich also mehr als verdoppelt. Die Anteile der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen am Volkseinkommen schwanken je nach Steuer- und Umverteilungspolitik. Im Jahr 2005 wie auch im Jahr 1970 lag die Verteilung in etwa bei 67 : 33 – also zwei Drittel des realen Volkseinkommen entfielen auf die Arbeitnehmer, ein Drittel auf die Unternehmen und Vermögen.
Mit Ende des Jahres 2006 erreichte die Umverteilung in Deutschland erstmalig seit 1970 eine Verschiebung der Einkommensverteilung auf über ein Drittel zugunsten der Unternehmen und Vermögen. Das reale Volkseinkommen entfiel zu 66,16% auf die Arbeitnehmer und zu 33,84% auf die Unternehmen und Vermögen.
Gegenüber dem letzten Hoch im Jahr 2000 sank der reale Anteil am Volkseinkommen der Arbeitnehmer um 6%-Punkte, respektive stieg der Anteil der Unternehmen und Vermögen um 6%-Punkte.
Die grafische Darstellung der Studie der ideen-park GmbH macht die jeweilige gesamtpolitische Ausrichtung sichtbar. „Jede Phase zeigt die jeweils vorherrschende Ideologie.“, erläuterte Dr. Robert Göötz, geschäftsführender Gesellschafter, die Entwicklung. 1970 lag die Verteilung des realen Volkseinkommen bei 2 : 1 – zwei Teile erfielen auf die Arbeitnehmer, ein Teil entfiel auf die Unternehmen und Vermögen. Die sozial-liberale Ära änderte durch ihre Politik die Verteilungsquoten. Und dies massiv. „Zum Ende der sozial-liberalen Ära im Jahr 1982 entfielen rund drei Viertel des realen Volkseinkommen nun auf die Arbeitnehmer, nur noch ein Viertel verblieb bei den Unternehmen und Vermögen.“, führte Dr. Göötz weiter aus. „Die dahinterliegende Umverteilung war immens: von rund 66% auf rund 75% Gesamtanteil am realen Volkseinkommen. Dies entspricht einem realen Wachstum von rund 14% bezogen auf die Ausgangsgröße.“
Die christlich-liberale Ära leitete einen Politikwechsel ein und versuchte ihrerseits die erfolgte Umverteilung umzukehren und auf den Ausgangspunkt von 1970 zurückzuführen. Um 1990 herum lag die Verteilung des realen Volkseinkommens wieder bei 70 : 30. Dann kam die Wiedervereinigung. Die politischen Realitäten erforderten eine Abkehr vom zunächst eingeschlagenen Kurs. 1994 lag die Verteilung bei rund 72 : 28, betrug aber schon vier Jahre später im Jahr 1998 wieder 70 : 30.
Mit dem erneuten Machtwechsel und dem Beginn von rot-grün änderte sich die Umverteilungspolitik in Deutschland erneut. Bereits im Jahr 2000 lag die Quote wieder bei 72 : 28. Mit dem Börsencrash, dem Platzen der New Economy Blase sowie dem 11. September und der einsetzenden Rezession war die steuerfinanzierte Umverteilungspolitik jedoch nicht weiter fortzusetzen. Die Quoten verschoben sich wieder zugunsten der Unternehmen und Vermögen.
Ironie der Geschichte: ausgerechnet innerhalb der rot-grünen Ära wurden die Anteile am realen Volkseinkommen wieder dahin geführt, wo Deutschland 1970 stand. Zwei Teile erhielten die Arbeitnehmer, ein Teil entfiel auf die Unternehmen und Vermögen; eine deutliche Verschiebung der Verteilung zugunsten der Unternehmen und Vermögen. „Insofern erwies sich die rot-grüne Bundesregierung als ausgesprochen freundlich gegenüber den Unternehmen und Vermögen.“, führte Dr. Göötz aus.
Die große Koalition führte den von „rot-grün“ begonnen Kurs fort. Erstmalig seit 1970 liegt der Anteil der Unternehmen und Vermögen am realen Volkseinkommen über einem Drittel. Die Geschwindigkeit der Umverteilung wurde allerdings gebremst, sie verläuft langsamer als in den Jahren zuvor. Die Ursachen hierfür liegen zum einen im Ort des Entstehens des Einkommens. Die Unternehmen verdienen verstärkt im Ausland und gegenwärtig auch wieder mehr im Inland. Zum anderen führt die deutschen Steuer- und Umverteilungspolitik zu einer Verschiebung der originären Verteilung. Hier ist zu beobachten, dass das Ergebnis aus beiden Effekten nicht zu dazu führt, dass die Einkommenszuwächse der Unternehmen und Vermögen nicht 1 : 1 an die deutschen Arbeitnehmer umverteilt werden. Sie verbleiben - zumindest in Teilen - bei den Unternehmen und Vermögen.
Die Studie wurde im Auftrag der thallos Vermögensverwaltung GmbH erstellt. Weiterführende Informationen Sie unter www.thallos.ag
thallos AG / thallos Vermögensverwaltung GmbH
www.thallos.ag/vv
Vorstellung der beteiligten Unternehmen:












