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Weiterbildung wird immer wichtiger – Lebenslanges Lernen darf in einer alternden Gesellschaft kein bloßer Slogan sein

27.01.200614:54 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Bonn/Hamburg – Die Begriffe „lebenslanges Lernen“ sind zur Floskel erstarrt. Es gibt kaum eine Sonntagsrede von Politikern oder einen Vortrag eines Experten über den Wandel der Wirtschaft, wo diese Begriffe nicht fallen. Doch in der gesellschaftlichen Wirklichkeit sieht es – wie so oft – anders aus. „Gelernt ist eben nicht gelernt. Ein Abschluss reicht, denken die meisten Deutschen und bilden sich nicht weiter. Diese Haltung schadet allen“, schreibt Elisabeth Niejahr in der Wochenzeitung Die Zeit www.zeit.de. Die Deutschen – so Niejahrs These – tun sich schwer mit lebenslangem Lernen. Sie kümmerten sich nicht genug darum, ihr Wissen regelmäßig aufzufrischen. Gerade in einer alternden Gesellschaft sei dies aber zwingend erforderlich. Die Folge: Innerhalb Europas belege Deutschland bei der Weiterbildung einen der hinteren Plätze.



Die Autorin weist darauf hin, dass seit Pisa sehr viel über Bildungs- und Ausbildungsmängel in Kindergärten, Schulen und Universitäten berichtet würde. Dass auch in der zweiten Lebenshälfte gravierende Defizite bestehen, interessiere jedoch kaum jemanden. Diese Haltung ist fahrlässig, da in der Zukunft immer mehr ältere Menschen für Innovationen, Wirtschaftswachstum und die Versorgung der Rentner Verantwortung tragen werden. Niejahr beruft sich auf den Alterforscher Paul Baltes, der das 21. Jahrhundert als das „Zeitalter des chronisch unfertigen Menschen“ bezeichnet habe. Hierunter versteht Baltes, dass die Menschen ihr Leben lang nicht ausgelernt haben. Sich selbst als „unfertig“ zu begreifen, ist für Männer offensichtlich schwieriger als für Frauen. „Vor allem Mütter praktizieren oft, was Forscher als Lebensmodelle der alternden Wissensgesellschaft beschreiben: Neuanfänge mit Ende dreißig, Teilzeitjobs und vorübergehende Selbständigkeiten anstelle der klassischen Reihenfolge Ausbildung – Beruf – Ruhestand. Für viele Frauen ist das ‚Zeitalter der unfertigen Menschen’ keine besonders provozierende Idee“, schreibt die Zeit-Redakteurin.

„Dass sich Deutsche oft schwer mit der Weiterbildung tun, überrascht mich nicht“, sagt Udo Nadolski, Geschäftsführer des Düsseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.de. „Wenn man in Deutschland ein gewisses Lebensalter erreicht hat, verheiratet ist und Kinder hat und zudem eine längere Zeit bei einem Unternehmen verbracht hat, fühlen sich viele Angestellten relativ sicher. In anderen Ländern existiert zum Beispiel auch nicht die rigide Form des deutschen Kündigungsschutzes. Beispielsweise in den Vereinigten Staaten ist es keine Seltenheit, wenn Menschen mit über 50 noch etwas völlig Neues anfangen. Dass geht natürlich nur, wenn man sich auf diese neue Herausforderung einlässt. In den USA stellt es kein Problem dar, wenn sich ein 50-jähriger von einem 25-jährigen schulen lässt. Bei uns scheitert das schon oft an Hierarchien und falschen Eitelkeiten. Wer fest angestellt ist, erliegt oft dem Irrglauben, Weiterbildung sei nur etwas für Arbeitslose oder Leute, die noch nicht gut genug in ihrem Job sind.“

In der Tat diskutiert die deutsche Öffentlichkeit fast nur über die Weiterbildung für Arbeitslose. Und insbesondere hier scheint einiges im Argen zu liegen. Der Wettbewerb unter den Anbietern beruflicher Weiterbildung habe sich durch die Hartz-Reformen verschärft. Die Beschäftigteneffekte der Weiterbildung blieben jedoch begrenzt, so das Handelsblatt http://www.handelsblatt.de. Mit den Arbeitsmarktreformen sollte ein grundlegender Wandel der beruflichen Weiterbildung eingeleitet werden. Die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) http://www.arbeitsagentur.de geförderte Weiterbildung sollte weniger kosten und effizienter werden. „Wesentliche Teile der Reform der beruflichen Weiterbildung traten zu Beginn des Jahres 2003 in Kraft. Seitdem sind die einzelnen Maßnahmen deutlich kürzer, zugleich hat sich die Zahl der Teilnehmer verringert. Im Januar 2003 lag sie bei knapp 308.000, im November 2005 bei gut 112.000“, so die Handelsblatt-Autoren Olaf Storbeck und Klaus Stratmann. Der Bundesverband der Träger beruflicher Bildung (BBB) http://www.bildungsverband-online.de beklagt wiederum, seit Anfang 2003 bis heute sie die Zahl der fest angestellten Mitarbeiter in den Mitgliedsunternehmen des BBB um rund ein Drittel auf 45.000 gesunken.

Laut BA wird die Weiterbildung in dem erforderlichen Maß gefördert. Im Jahr 2005 hätten 130.400 Menschen eine berufliche Weiterbildung angefangen. Davon seien 68.200 von der BA gefördert werden. Die Kosten werden für das Jahr 2005 auf gut 654 Millionen Euro beziffert. In Nordrhein-Westfalen (NRW) will man Arbeitnehmer über 50 nun mit so genannten „Bildungsschecks“ ködern. Das Land trägt dann bis maximal 750 Euro die Hälfte der Kursgebühren, schreibt die Kölnische Rundschau http://www.rundschau-online.de. Die andere Hälfte zahlen die Beschäftigten oder das Unternehmen. Bildungsschecks würden ab dem 23. Januar 2006 in landesweit 175 Beratungsstellen ausgestellt – etwa an Volkshochschulen, Kammern, Wirtschaftsförderern und staatlich anerkannten Bildungseinrichtungen. „50-jährige gehören nicht zum alten Eisen“, sagte NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nach Angaben der Kölnischen Rundschau. Es gebe aber keine Bildungsschecks für Wohlfühl-Kurse, die der reinen Erholung dienten.

Harvey Nash-Geschäftsführer Nadolski sieht insbesondere bei kleinen und mittleren Betrieben und bei gering qualifizierten Menschen Bedarf an Weiterbildung. Führungskräfte oder Leute mit abgeschlossenem Hochschulstudium seien eher dazu bereit, sich regelmäßig fortzubilden. Gut ausgebildete Mitarbeiter nehmen nach einer Eurostat-Studie sechsmal so häufig an Qualifizierungsmaßnahmen teil wie niedrig qualifizierte. Nadolski fordert die kleinen und mittleren Unternehmen dazu auf, verstärkt auf neue Informations- und Kommunikationstechnologien zu setzen, um Weiterbildung effektiv, Kosten senkend und interessant zu gestalten. So könnte mit Hilfe von E-Learning-Programmen die Weiterbildung am Arbeitsplatz organisiert werden. Hier gebe es aber gerade bei kleineren Firmen noch eine gewisse Zurückhaltung. Insgesamt tue der auf Weiterbildung spezialisierten Branche mehr Wettbewerb und Erfolgskontrolle gut. In die selbe Kerbe schlägt auch die Zeit-Autorin: In der Vergangenheit habe es zu viel „Bildungsurlaub“, also „Fortbildung mit viel Kulturprogramm und wenig konkretem Nutzen“ gegeben. Ob Weiterbildung effizient ist oder nicht, hängt also nicht unbedingt von der Höhe der finanziellen Ausgaben ab. Es kommt darauf an, ob die richtigen Programme finanziert werden. Und es wird in Zukunft immer wichtiger werden, dass die älteren und die schlecht ausgebildeten Arbeitnehmer an solchen Maßnahmen teilnehmen können.

Medienbüro.sohn
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