(openPR) „Wir hatten am Anfang Schwierigkeiten, in Fahrt zu kommen.“ Islands Icebreaker in Sachen Kriminalroman, Arnaldur Indridason, im Exklusiv-Interview mit dem Literaturportal www.schwedenkrimi.de
Rostock, 13.02.2006 (Literaturportal www.schwedenkrimi.de ) – Arnaldur Indridason ist der bedeutendste Krimi-Autor Islands, „Nordermoor“, 1995 auf Isländisch erschienen, war sein vierter Kriminalroman und brachte ihm 2003 auch hierzulande den großen Durchbruch. Der Krimi wurde außerdem mit dem „Gläsernen Schlüssel“ ausgezeichnet und zum besten Krimi Skandinaviens 2002 gewählt. Jetzt liegt mit „Kältezone“ bereits der siebte Kriminalroman von Arnaldur Indridason auf Deutsch vor – Isländer kommen langsam, aber gewaltig:
„Ich denke, der isländische Kriminalroman ist nun endgültig da, und er wird bleiben. Wir hatten am Anfang Schwierigkeiten in Fahrt zu kommen aber seit 1997 blüht er tatsächlich auf“, so der Icebreaker des isländischen Krimis im Exklusiv-Interview mit dem Literaturportal www.schwedenkrimi.de.
Das Land, das lange Zeit keine Kriminalautoren hervorbrachte, weil es, so will es der Mythos, auf Island keine Verbrechen gab, holt allmählich auf in Sachen Krimi: „Letztes Jahr stellten wir einen hervorragenden Rekord auf, mit mehr als zehn veröffentlichten Kriminalromanen“, Arnaldur Indridason selbstbewusst. Der isländische Krimi zeige sich zudem variantenreich, was Charaktere und Inhalt betreffe. Seinen eigenen Stil beschreibt der 45jährige als „sozialen Realismus“: „Ich finde, dass alle Schriftsteller etwas über die Gesellschaft zu sagen haben müssen, in der sie leben, ansonsten wird es kein großes Vergnügen sein, ein Schriftsteller zu sein. Aber ich mag es nicht, zu urteilen oder zu predigen.“
Sein aktueller Roman „Kältezone“ nimmt seinen Lauf während des Kalten Krieges in Leipzig und auf Island. Dass ihm die Idee zu dem Roman während eines Besuches des Stasi-Museums kam, ist aber ein Gerücht: „Ich hatte die Idee, etwas über den Kalten Krieg zu schreiben, schon vor Jahren, aber ich bin dort ein paar Mal gewesen - immer wenn ich auf der Leipziger Buchmesse war -, und dahin zu gehen, hat mir vielleicht dabei geholfen, mich zu entscheiden, mit dem Schreiben weiterzumachen und die Geschichte wahr werden zu lassen.“
Zunächst gibt es keinerlei Hinweise auf die Identität des Toten. Doch ein russisches Sendegerät, an das der Tote gekettet ist, führt Kommissar Erlendur und seine Kollegen schließlich auf die Spur eines Falls, dessen Anfang im Leipzig der Nachkriegsjahre zu suchen ist. Kommissar Erlendur, der Fremde in seinem eigenen Leben, versucht, verursacht durch seine eigene Schuld in der Vergangenheit, alles, um eine vermisste Person zu finden oder einem Toten seine Identität zurückzugeben.
Arnaldur Indridason: „Schuld und Verantwortlichkeit spielen eine wichtige Rolle in Erlendurs Leben und in meinen Büchern. Er fühlt, er ist in mancher Hinsicht verantwortlich für den Tod seines Bruders. Er ist fremd gegenüber der Ehe und zu seinen zwei Kindern und manchmal sogar auch ein Fremder für sich selbst. Aber man muss Sympathie für ihn empfinden, da er keine Ruhe geben wird, bis der Fall gelöst ist.“
Arnaldur Indridason wurde 1961 in der isländischen Hauptstadt Reykjavik geboren, graduierte 1996 in Geschichte an der University of Iceland. Er arbeitete als Journalist und Filmkritiker beim „Morgunbladid“, der größten Zeitung Islands.
Arnaldur Indridason lebt heute als freier Autor mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Reykjavik.
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