(openPR) München im März 2006. Instabilitäten der Wirbelsäule beeinträchtigen sämtliche Bewegungsabläufe - ob angeboren, bereits in frühester Jugend erworben oder durch Verschleiß und einseitige Belastungen hervorgerufen. Auch Bandscheibenoperationen führen in manchen Fällen zu einer krankhaften Gleitwirbelbildung. „Bei Wirbelgleiten, der so genannten Spondylolisthese, bildet sich am Wirbelbogen ein Spalt, wodurch der Wirbel abgleitet, nach vorne rutscht und die Beschwerden hervorruft“, beschreibt Dr. med. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde und Wirbelsäulenspezialist aus München, die Erkrankung. Betroffene klagen über starke Schmerzen beim Sitzen, Stehen und Laufen, die je nach Stärke auch bis in Beine oder Füße ausstrahlen.
Fixierung der Wirbelkörper gibt Halt
Bleiben Beschwerden trotz intensiver konservativer Methoden wie beispielsweise Kranken-gymnastik oder Reizstromtherapien bestehen, schafft eine operative Versteifung des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes als einzige Erfolg versprechende Methode Abhilfe. „Die Versteifungsoperation, in der Fachsprache auch Spondylodese genannt, verblockt mindestens zwei Wirbelkörper der Hals- oder Brustwirbelsäule oder auch der Lendenwirbelsäule“, erläutert Dr. Schneiderhan. Unter Vollnarkose legen die Neurochirurgen der Praxisklinik Dr. Schneiderhan einen Hautschnitt, lösen die Muskulatur von den Wirbelkörpern und erweitern gegebenenfalls den Wirbelkanal. Dabei entlasten die Mediziner eingeklemmte Rückenmarksnerven, räumen den Bandscheibenraum komplett aus und positionieren die Wirbelkörper wieder in die richtige Lage. Mit Hilfe von modernen Mini-Implantaten aus Kohlenstoff, Kunststoff, Titan oder körpereigenem Knochen füllen sie den Bandscheibenraum aus und stützen so die Wirbelsäule. „Diese Implantate stellen sicher, dass die Wirbelkörper im passenden Abstand und in der richtigen Stellung miteinander verwachsen beziehungsweise verschmelzen. Um eine wirklich sichere Verknöcherung zu erreichen, fixiert der Neurochirurg die Wirbelkörper zusätzlich noch mit Titanschrauben. Alternativ zu diesem Eingriff können die Implantate auch über einen Zugang durch den Bauchraum eingesetzt werden“, erklärt Dr. Schneiderhan den Eingriff.
Bereits einen Tag nach der Operation verringern sich die Beschwerden, die Patienten dürfen aufstehen und nach sieben Tagen das Krankenhaus verlassen. Nach etwa vier bis sechs Wochen nehmen sie erste Bürotätigkeiten und leichte körperliche Arbeiten wieder auf. „Um eine sichere Heilung zu gewährleisten, tragen die Patienten für ungefähr sechs Wochen ein speziell angefertigtes Kunststoffkorsett“, berichtet Dr. Schneiderhan.
Sport und Kräftigungsübungen erleichtern den Alltag
Nach der Operation unterstützen Schwimmen und Rücken kräftigende Trainingsübungen die Genesung. Andere Sportarten mit Druck- und Stoßbelastungen wie Fuß- oder Handball be-nötigen hingegen eine langsame Trainingssteigerung.
Haltungs- und Bewegungstrainings, wie beispielsweise die Rückenschule, dienen ebenfalls einer Verbesserung der Wirbelsäulenstabilität. Sanfte Dehnübungen stärken ebenfalls die Muskulatur und beugen Rückenschmerzen vor. Generell gilt für den Alltag: Eine aufrechte Körperhaltung sowie ein gerader Rücken beim Heben, Tragen und Sitzen schont die Wirbel-körper und beugt Wirbelgleiten vor. Geeignetes Schuhwerk schützt den Rücken vor starken Belastungen.
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